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chocolate for the parents 034

 

Der Verstand ist ein Vergehen / Understanding is Going Under

die rekonstruktion einer translationalen kriminalgeschichte / reconstruction of a translational crime-story

(excerpt, work in progress):

FORM UND INHALT VERANTWÖRTERN

"Wahrheit erzeugt Autorität: 'Es ist, wie ich sage', Objektivität beseitigt Verantwortung: 'Ich sage, wie es ist' "
Heinz von Förster: Wissen und Gewissen. Versuch einer Brücke. Frankfurt 1997 S. 353


sprache erzeugt verantwortung im denken/du sagst, wie ich es denke/eine vermittlung/eher eine entdeckung/objektiv ist der text nur im anderen/die verdeckungen/13/ zu ver-antworten, eine einladung/es ist weder, wie ich schreibe, noch schreibe ich, wie es ist/das seinverb schon ist falsch/und schon wieder schleicht es herein/sein ist inhaltslos/seine form benennbar, aber nicht ermittelbar/das wesen eines dings erschließt sich im wesen des wortes, nicht in seinem inhalt, der nicht vermittelbar ist/begriff wird hier als denkeinheit verwendet, in abgrenzung zum wort, das eine spracheinheit bezeichnet/das wort begriff ist also eine spracheinheit, die eine denkeinheit verzeichnet/14, 15, 16/ein sein als gebrauchsform/das wort als gebrauchsgegenstand, als ding, das durch worte wird/der begriff als ur-teil des denkens erfordert einen besonderen umgang mit sich selbst/im orte, wo er sich selbst bezeichnet, kann das dahinter, das dunkel nur umschrieben werden/eine beschreibung findet sich daher in seiner umdeutung wieder/eine richtige deutung muß demgegenüber entscheiden, wie weit das alle wiederholung leitende verstehen des begriffs reicht, und ob es dem wiederholbaren gewachsen ist/

"Dieser Text unterscheidet also zwei Arten von Dingen: diejenigen, von denen das Denken nicht behelligt wird, und [...] diejenigen, die zum Denken nötigen. Die ersteren sind die Objekte der Rekognition. Das Denken und all sein Vermögen mag mit ihnen hinreichend beschäftigt sein; das Denken mag sie sich angelegen sein lassen, aber diese Angelegenheit und diese Beschäftigung haben nichts mit Denken zu tun. Bei ihnen wird das Denken nur mit einem Bild seiner selbst erfüllt, in dem es sich umso besser erkennt, als es die Dinge erkennt: Das ist der Finger, das ist ein Tisch, guten Tag Theaitetos. "
Gilles Deleuze, Differenz und Wiederholung, Wilhelm Fink Verlag, München. 1997, S.181

das ist nicht der tisch, das ist nicht der stuhl/wörter, die verweisen, sind selbst dinge, formen, aber nicht deren inhalte/mich auf das wort stuhl zu setzen, vom wort tisch zu essen/die verantwortung verlangt eine ver-antwörterung/eine beantwortung anderer worte/rochade zum schutz des königs/eine befreiung der form zur vergrenzung möglicher inhalte/ein tun/eine praxis/ein erfinden von regeln mit einem ablaufdatum, das der leser setzt/die signifikante praxis, verunobjektiverte aussagen, widersprüche im modernen denken sind ästhetische kraftprodukte, strukturierungsdekonstruktionen, spielregelmodernisierunsgspiele, nicht eine Menge verschlossener, mit einem freizulegenden sinn versehene zeichen, sondern das verwischen von spuren in der verwendung des terminus begriff/

"Was also ist ein Text? Ich werde nicht mit einer Definition antworten, das käme einem Rückfall in das Signifikat gleich. Der Text, im modernen Sinn, den wir diesem Wort zu geben versuchen, unterscheidet sich grundlegend vom literarischen Werk: Er ist kein ästhetisches Produkt, sondern eine signifikante Praxis; er ist nicht eine Struktur, sondern eine Strukturierung; er ist nicht ein Objekt, sondern eine Arbeit und ein Spiel; er ist nicht eine Menge geschlossener,mit einem freizulegenden Sinn versehener Zeichen, sondern ein Volumen sich verschiebender Spuren; die Instanz des Textes ist nicht die Bedeutung, sondern der Signifikant in der semiotischen und psychoanalytischen Verwendung dieses Terminus; der Text geht über das frühere literarische Werk hinaus; es gibt zum Beispiel einen Text des Lebens, in den ich durch das Schreiben über Japan Eingang zu finden suchte"
Roland Barthes: Das semiologische Abenteuer, Frankfurt/M. 1988. S.11

/eine definition verschließt dem philosophen die eigentlichkeit des definierten/sie bringt ihn um seine arbeit/brechen wir sie auf/verwenden wir sie/mißbrauchen wir sie/im text rechtfertigt sich der begriff des lesers selbst/

"Ein postmoderner Künstler oder Schriftsteller ist in derselben Situation wie ein Philosoph: Der Text, den er schreibt, das Werk, das er schafft, sind grundsätzlich nicht durch feststehende Regeln geleitet und können nicht nach Maßgabe eines bestimmenden Urteils beurteilt werden, indem auf einen Text oder auf ein Werk nur bekannte Kategorien angewendet würden. Diese Regeln und Kategorien sind vielmehr das, was der Text oder das Werk suchten. Künstler und Schriftsteller arbeiten also ohne Regeln; sie arbeiten, um die Regel dessen zu erstellen, was gemacht worden sein wird. Daher rührt, daß Werk und Text den Charakter eines Ereignisses haben. Daher rührt auch, daß sie für ihren Autor immer zu spät kommen, oder, was auf dasselbe führt, daß die Arbeit an ihnen immer zu früh beginnt.
Postmodern wäre also als das Paradox der VorZukunft (postmodo) zu denken."
Jean-François Lyotard, "Beantwortung der Frage: Was ist postmodern?", 47f. In: Peter Engelmann (Hrsg.), Postmoderne und Dekonstruktion, Stuttgart 1990

inhalt ist ereignis/eräugnis/sein nicht inhalt/immer wieder ereignet sich der anblick einer neue entscheidung, eine bildung, verbildung, im lesen wie im schreiben/ist postmodern noch modern?/ein trend geht um/
ein postmodernes vorurteil/

"Jedes Wort ist ein Vorurteil. "
Friedrich Nietzsche, Der Wanderer und sein Schatten, Aph. 5

die venus/alte freundin, beispiel/ein abendstern, ein morgenstern/ein heller punkt am himmel/which are your points?/zu argumentieren warum das unwesen der sprache ihre jeweilige form, ihr jeweiliges wesen ist/die beschreibung des wesens ist stets unzureichend, da der inhalt, das jeweilige situative formen, unendliche interpretationsmöglichkeiten offenläßt/offen löst/platons lysis, seine auflösung von schatten der gelehrtheit/er geht/er spricht/er beschreibt sein handeln/eingebunden in die lebenswelt schöner menschen, die es zu verführen gilt/pointiert zu argumentieren ist des teufels liebste brut?/in der abgeschiedenheit des lebensweltfeindlichen formalisierens fordert searle einen punkt, der im leben nicht zu finden ist/der punkt ist ein um sich kreisender/in der euklidischen geometrie hat er nicht einmal eine ausdehnung, eine räumliche/im gegensatz zu den barbapapas/die sich rendern können, wie sie wollen/dünn oder dick/barbaförster, barabanietzsche, barbakant, barbadeleuze, barbaderridaaa/um geschichten zu zählen/das waren fünf/

die venus ist nur ein punkt unter unzähligen/ein planet/kein stern, da ein von der sonne nur erleuchteter/es reflektiert ein abendplanet, ein morgenplanet/noch kein mensch betrat die venus, wir verwenden sie unter gefälschtem namen, und doch soll über ihr wesen bei ihrer namensnennung sonnenklarheit herrschen/dies spricht sehr für die menschliche genügsamkeit, aber nicht für selbstauferlegte genauigkeit, die wahrheit und objektivität stützen soll/genauso verhält es sich mit der erde, dem bewußtsein, einer kuh und den benennenden subjekten, seien sie junggeselle oder unverheirateter papst/
dies macht eine herangehensweise möglich und notwendig mit texten und bedeutungen wie in einer muskalischen phantasie zu verfahren, wie in einem instrumentalstück mit freier, improvisationsähnlicher gestaltung ohne formale bindung/den handlungscharakter wider der totalität immer unvollständiger hauptwortsetzungen mit kleinschreibung zu vereidigen/ein spiel, ein tanz um den baum der erkenntnis, aber eigentlich um früchte zu errütteln/alle anderen verweis oder beweisformen würden von vornherein den Leser entmündigen und im Versuch stecken bleiben, die lösung mit ihrer eigenen auflösung zu erlösen/aber die chance liegt in der poetischen setzung, in der hoffnung ihrer veränderbarkeit/auch die wissenschftlichen hypothesenfabriken sind poetische setzungen/hier geht es nicht um wissenschaftskritik sondern um wissenschaftserweiterung/die urform des wissenserschaffens, die wortschöpfung im kontext poetischer umschreibung, soll konsequenterweise als urdisziplin, als ur-psprung des sprachmenschen bejaht werden/sprachliche begriffe werden viel zu wichtig genommen, sie verselbstständigen sich und bekämpfen ihre schöpfer/es gilt nun einerseits zu relativieren und totalitär zu setzen/übersetzen/um beim anderen einzubrechen/
eine phantasie die über die freie variation hinausgeht/metaphern des bedeutens/verstehens/musik/in sich schwingend/eine bewegung/bewegen/nicht lokalisierbar sein/bewusstsein steht, bewusst sein nicht/wahrnehmung ist bewegung/kein allgemeiner gegenstand/dort ist der stuhl/wo ist die musik?/die geburt der tragödie aus dem geiste des substantivs/aus der faulheit der vergleichenden beobachtung mutiert gemein das allgemeine/unum ex pluribus/das allgemeine offenbart sich im partikularen, dem "symptom", so wie bei freud etwa die versprecher das eigentliche ein wenig enthüllen/das partikulare ist immer ein ex pluribus unum, und das allgemeine existiert nicht/ außer in der phantasie/um den rechtfertigungsgrund der visuellen persönlichen wahrnehmung zu bemühen, wer hat schon einmal eine nation gesehen?/

E Pluribus Unum

Bild: Quarter Dollar in Silber (1825) /24/

eine literarische rekonstruktion, verbildung in fast schon poetischer unbestimmtheit/bestimmtheit der radikalen affirmation der phantasie und ihrer realität/anstimmen/stimmung/stimmen sprechen/verbalisieren, das sagt schon alles/halten wir uns doch dran, wenn es auch unmöglich scheint/ metapherein/anderswo hintragen/übersetzen/missionieren/rotieren/dem subjekt ist allein anfangssilbentechnisch das substantiv näher als das verb/ wir, auflösung des singulären durch bejahung des anderern, jeder ist anders wir/niemand ist gleicher/kein vermessener majestätischer plural, sondern konsequenz aus der historie der wiederholung/ich als plurale re-konstruktion, wer erkennt nicht freunde, verwandte, angebetete in seinem verhalten wider?/ein klassisches spiel der identität/die sprengung fremdbestimmter identitäten/bewußt im plural den, die verfasser sehen, sowohl als mann, als frau, als philosoph, poet, idiot, wissenschafter, als mischform aller begriffspersonen/barbasohn und barbavater/
weil wir uns keinen formulativen beweis vorstellen können, der die wesenheit nur eines dings in all seinen deskriptiven möglichkeiten vollständig beschreibt/es bleibt die krücke der verschiebung von schon dagewesenem/kein absprechen von möglichen und guten verweisen, sondern ein versprechen an die referenzierungswut/backslash, kleingedrucktes und dem verbenden ver-wort verfallen/ein aufbauen und einreißen/um vielleicht selbst nie dagewesenes zu wiederholen/auf sprungbrettern verformt verant-wortung inhalt/vor-urteile über nach-geschriebenes/

/13/ Paul de Man, Blindness and Insight. Essays in the Rhetoric of Contemporary Criticism. London
1971
/14/ Dudel J., Menzel R., Schmidt R. F. (1996) Neurowissenschaft. Vom Molekül zur Kognition.
Springer, S. 554
/15/ Vater H., (2000) Begriff und Wort? Eine terminologische Klärung, Sprachreport 4/2000, S.10 ff
Institut für Deutsche Sprache, Mannheim
/16/ Roth, G. (1996) Das Gehirn und seine Wirklichkeit, Suhrkamp, S. 188
/24/ Image Courtesy www.heritagecoins.com Quelle:
http://www.coinfacts.com/quarter_dollars/capped_bust_quarters/1825_quarter_dollars/1825_quarter_dollar_varieties.htm